Michèle Reby

Kat. 63

Michèle Reby

NUIT AU PORT DE CANET

2023
Acryl, Gouache und Ölkreide
auf Leinwand
90 x 70 cm
Unikat

Aufrufpreis 160 €

Klasse
Prof. Gregor Hildebrandt
 
Aktuelles Semester
7
 
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Website
 
Links
www.paidoulia.de
 
Kommende Ausstellungen/Projekte

28ème Salon International d‘Art de Valmy in Argelès-sur-Mer (Okzitanien, 08.09.-17.09.2023)

 
Artist Statement

Als Halbdeutsche, Halbfranzösin bin ich sowohl in Deutschland als auch in Perpignan im südfranzösischen Okzitanien großgeworden. Ich habe viel Zeit in Collioure, einem Nachbarort von Perpignan, verbracht. In Collioure wurde der Fauvismus geboren und ich betrachte meine künstlerische Arbeit in dieser Tradition verwurzelt. Die mediterranen Farben meiner verträumt und verspielt wirkenden Bilder strahlen fauvistische Lebensfreude und kindliche Unschuld aus. Die Sehnsucht nach einem idealisierten Südfrankreich ist das Gegenstück zu einer modernen, auf wirtschaftliche Effizienz ausgerichteten Konsumgesellschaft.

Dies beeinflusst auch die Wahl meiner Techniken: In meiner Arbeit verzichte ich auf moderne Medien und beschränke mich auf klassische Materialien wie Leinwand oder Papier. Ich interessiere mich für einfache Szenen aus dem Alltag, die ich zwar als solche darstelle, aber ohne naturalistische Perfektion – das wäre mir zu mathematisch und rationalistisch. Was mich hingegen fasziniert, ist die Möglichkeit, durch (meinen) unbekümmerten Pinselstrich Raum für Leichtigkeit und Spontanität zu schaffen. So zeige ich farbenfrohe Malereien vom Meer und der südfranzösischen Landschaft.

Schon als Kind habe ich davon geträumt, als „neue, zeitgenössische Fauvistin“ nach Okzitanien zurückkehren. Und so verbringe ich auch viel Zeit in Perpignan und baue mir neben meinem Studium in München dort mein Netzwerk aus. Einerseits ist es schön, sich Lebensträume zu erfüllen, anderseits ist dies mit vielen Anforderungen und Schwierigkeiten verbunden. Als Erwachsene in eine aus der Kindheit verklärte Heimat zurückzukehren ist eben nicht das gleiche, wie als Kind unbekümmert Sandburgen zu bauen.

Diese nostalgischen und unerreichbaren kindlichen Träume, die mit der erwachsenen Realität konfrontiert werden, verarbeite ich in meinen Malereien, unter anderem in „Nuit au Port à Canet“. 

Themen, die mich in meiner Arbeit grundsätzlich beschäftigen

Diese Suche nach kindlicher Lebensfreude, und, ja auch, Naivität, finde ich in der Arbeit mit Kindern wieder. Als Workshopleiterin mache ich Kunst mit Kindern im Krankenhaus.

Die schöpferische Kraft der Kinder und ihre Freude, ja sogar ihr Wille, etwas zu erschaffen, inspirieren mich sehr. Unabhängig von ihrer Behinderung identifizieren sich die Kinder nicht mit ihrer Krankheit, sondern gehen ganz im künstlerischen Prozess auf.

Diese Hingabe an die Kunst geht in der Pubertät oft verloren. Erwachsene wirken manchmal ernst, selbstsicher und wissend, aber es sind die Kinder in ihrem fantasievollen Spiel, die mich begeistern. Was passiert, wenn ein Kind erwachsen wird? Muss der Verlust der Lebensfreude und des Glanzes in den Augen zwangsläufig mit dem Erwachsenwerden und der damit einhergehenden Aufklärung einhergehen? In einer Welt, in der sich alles um Wachstum und Leistung dreht, braucht es Kraft und Mut, um naive Leichtigkeit wiederzufinden.

Mit meinen Bildern möchte ich die Betrachter dazu anregen. Für mich bedeutet Naivität Originalität, Vorurteilslosigkeit und Authentizität. Und, ja, auch der Glaube an das Gute. 

Medien, mit denen ich arbeite

Leinwand, Papier, Ton, Acryl, Buntstifte, Aquarell, Ölkreiden, Gouache, Pastellkreiden